200 Jahre Humboldt-Uni

Studenten im Hörsaal "Audimax" an der Humboldt-Universität Bild vergrößern Studenten im Hörsaal "Audimax" an der Humboldt-Universität (© picture-alliance/ dpa) 256 Studenten und 52 Dozenten zählte die Berliner Humboldt-Universität im Jahr ihrer Gründung – inzwischen hat sie 29 Nobelpreisträger hervorgebracht und gilt als „Mutter“ aller modernen Universitäten. 2010 feiert sie 200-jähriges Bestehen.

Die Universität wurde von ihrem Gründer Wilhelm von Humboldt, der Bruder des bedeutenden Forschers und Entdeckungsreisenden Alexander von Humboldt, maßgeblich geprägt: Er hatte die Vision einer Hochschule, die die Einheit von Lehre und Forschung verwirklichen und allen Studierenden eine umfassende humanistische Bildung ermöglichen sollte. Dieses Konzept war 1810, im Gründungsjahr der Universität, völlig neu – aber es setzte sich durch: Innerhalb der darauf folgenden Jahrzehnte wurden weltweit weitere Hochschulen gegründet, die ihre Studenten ebenfalls danach unterrichteten. Wilhelm Freiherr von Humboldt Bild vergrößern Wilhelm Freiherr von Humboldt (© picture-alliance / dpa)

In Deutschland behielt die Humboldt-Universität ihre Vorreiterstelle. Angesiedelt im ehemaligen Palais des Prinzen Heinrichs von Preußen in der Prachtstraße Unter den Linden, das König Friedrich Wilhelm III. eigens der Universität zur Verfügung gestellt hatte, entstanden dort viele neue Disziplinen – nicht zuletzt wegen der herausragenden Wissenschaftler, die an ihr lehrten: Die Gebrüder Grimm, Albert Einstein und Max Planck etwa hielten hier Vorlesungen; Otto von Bismarck, Heinrich Heine oder Kurt Tucholsky waren als Studenten eingeschrieben.

Der Nimbus der Humboldt-Universität als Heimstätte des humanitären Denkens wurde in der Zeit des Nationalsozialismus zerstört. Jüdische Studenten und Gelehrte, aber auch generell Andersdenkende waren gezwungen die Universität zu verlassen. Dabei ging viel wissenschaftliches Potential verloren, so dass die Uni bereits nach Ende des Zweiten Weltkriegs ihren Lehrbetrieb nur geschwächt wieder aufnehmen konnte.

Bedingt durch die Teilung Berlins wurde sie außerdem gespalten: Während Ende 1948 im amerikanischen Sektor Berlins eine neue, die „Freie Universität Berlin“ gegründet wurde, existierte die „ursprüngliche“ Universität – jetzt im Ostteil gelegen – weiter und erhielt 1949 ihren heutigen Namen „Humboldt-Universität zu Berlin“. Beide Universitäten sind trotz der deutschen Wiedervereinigung zwar weiterhin getrennt, bieten aber einige gemeinsame Studiengänge an und verfügen mit der Berliner Charité über die größte medizinische Fakultät Europas.

Rund 35.000 Studenten aus über 100 Ländern sind heute an der Humboldt-Universität eingeschrieben, die an elf Fakultäten, verteilt über die ganze Stadt, leben, lernen und forschen.

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