Weißweine

Chardonnay

Chardonnay Bild vergrößern (© Deutsches Weininstitut (DWI)) Chardonnay-Weine eignen sich für viele Trinkanlässe. Wie viele andere alte Rebsorten hat auch der Chardonnay seinen Ursprung in Vorderasien. Mit der Ausbreitung der Weinkultur kam die Sorte nach Frankreich und fand insbesondere im Burgund eine neue Heimat.

Die internationale Erfolgssorte gewinnt auch in Deutschland an Boden. In Deutschland erfolgte die gesetzliche Zulassung für den Anbau erst im Jahre 1991.

Chardonnay ist eine der populärsten Rebsorten der Welt. Sie ist in praktisch allen weinbautreibenden Ländern vertreten und besetzt weltweit eine Anbaufläche, die nahezu der des Rieslings entspricht. In Deutschland wird er gerade in Bereichen mit einem traditionell hohen Anteil an Burgundern (z.B. am Kaiserstuhl in Baden oder an der Südlichen Weinstraße in der Pfalz) mit guten und besten Ergebnissen angepflanzt.

Der Chardonnay stellt an den Standort ähnlich hohe Ansprüche wie ein Weißburgunder oder auch ein Riesling. Im Herbst reift er - ähnlich wie der Weißburgunder - recht spät und kann kurz vor dem Riesling geerntet werden. Die Oechslegrade liegen auf Weißburgunderniveau.

Die meisten Weine werden trocken ausgebaut. Neben dem Ausbau im Edelstahltank ist der Barrique-Ausbau bei dieser Sorte sehr verbreitet. Dafür eignen sich allerdings nur hochwertige Grundweine.

Gutedel (die älteste Kulturrebe ist 5000 Jahre alt)

Im Jahr 2000 feierte das Markgräflerland im Süden Badens ein ganz besonderes Jubiläum: die dort heimische Rebsorte Gutedelwurde (etwa) 5.000 Jahre alt. Ihre Urheimat wird in Palästina vermutet, der Anbau am mittleren Nil vor 5.000 Jahren gilt als verbürgt. Vermutet wird danach eine Verbreitung an Römer und Griechen durch die seefahrenden Phönizier. Fest steht, dass auf deutschem Boden zu Beginn des 17. Jahrhunderts Gutedelangepflanzt wurde. Im heutigen Markgräflerland zwischen Freiburg und der Schweizer Grenze ist über ein Drittel der Rebfläche des Weinbaubereichs mit der ältesten Kulturrebe bestockt. Gutedelreben begnügen sich mit durchschnittlich guten Standorten, wollen allerdings vor zu kalten Winden geschützt stehen.

Der besondere Reiz der Weine ist der eher geschmacksneutrale Charakter der Gutedelrebe. Damit kommen das jeweilige Terroir, Boden, Kleinklima und Lage des Rebstücks unverkennbar in jedem Wein zum Ausdruck. Es gibt zunehmend Spezialitäten im Prädikatsweinbereich. Es sind trockene Weine, die mitunter durch den biologischen Säureabbau eine besonders milde Art erhalten. Gutedelweine werden als sehr bekömmlich eingestuft.

Gutedel-Weine schmecken jung getrunken am besten, gehobenere Qualitäten haben ein gewisses Alterungspotenzial von wenigen Jahren. Allerdings kann die ausgesprochen niedrige Säure nicht so zur Konservierung wie bei anderen Rebsorten beitragen.

Müller - Thurgau (Rivaner)

Ihre Existenz und ihren Namen verdankt diese Rebsorte Professor Hermann Müller aus dem Schweizer Kanton Thurgau. Müller (1850 - 1927) züchtete sie in der Forschungsanstalt Geisenheim in Hessen, der zweitältesten Weinbau - Forschungsanstalt der Welt. Das Synonym Rivaner ist eine Kurzfassung der Worte Riesling und Silvaner. Diese beiden Sorten sah man lange Zeit als Eltern des Müller - Thurgau an. Müller-Thurgau Bild vergrößern Müller-Thurgua (© Frank & Frei GbR)

In der deutschen Weinlandschaft gab der Müller - Thurgau seine Führungsposition in den neunziger Jahren an den Riesling ab. Doch mit einem Flächenanteil von knapp 14 Prozent hat der Rivaner nach wie vor eine überragende Bedeutung im deutschen Weinbau. Dass er heute auf beinahe 14.000 Hektar wächst, verdankt er unter anderem seinen vielfältigen Einsatzmöglichkeiten und seiner Zugänglichkeit auch für Nichtweinkenner. Zudem stellt die Müller-Thurgau-Rebe keine großen Ansprüche bezüglich des Standorts und gilt als ertragssicher.

In sieben von dreizehn deutschen Weinbaugebieten zählt Müller - Thurgau gar zu den "Classic" - Rebsorten. Die größten Flächen haben wir in Rheinhessen und Baden, in der Pfalz, Franken und an der Mosel. Die in den achtziger Jahren eingeführte Beschränkung der zulässigen Erträge je Hektar Weinberg hat sich gerade für den Müller - Thurgau, der zu hohen Erträgen neigt, sehr positiv ausgewirkt. Die Rebsorte reift früh und liefert süßige, manchmal blumige, mit einem feinfruchtigen Muskataroma versehene Weine. Die Säure fällt eher mild aus, bei Weinen nördlicher Herkunft mitunter auch etwas betonter.

Riesling

Der Riesling wächst in allen deutschen Anbaugebieten und nimmt eine Rebfläche von mehr als 21.000 Hektar in Anspruch, das entspricht ca. 20 % der bestockten Rebfläche. Er repräsentiert wie kein anderer deutsche Weinkultur und Tradition.

Die längste Rieslingtradition haben wohl die Winzer im Rheingau, an der Mosel und im heutigen Rheinhessen. Im Rheingau nimmt der Riesling mit 2.400 Hektar fast 80 % der dort verfügbaren Rebfläche in Anspruch. Daneben zählen zu den wichtigsten Riesling - Produzenten die Anbaugebiete Mosel (5.200 Hektar), Pfalz (5.000 Hektar), Rheinhessen (3.200 Hektar), Württemberg (2.100 Hektar), Baden (1.200 Hektar), sowie die Nahe (1.000 Hektar). In elf von dreizehn deutschen Anbaugebieten gehört der Rieslingzu den "Classic" - Rebsorten.

Der Riesling ist eine langsam reifende Rebsorte, deren prägendes Element die fruchtige Säure ist. Deshalb ist er prädestiniert für die nördlichen Anbaugebiete, wo er in der späten Herbstsonne seine Reife vollendet. Je nach Standort (Bodenart und Mikroklima) bringt er sehr unterschiedlich nuancierte Weine. Optimale Bedingungen bieten die wärmespeichernden steinigen Steillagen entlang der Flusstäler.

Junge leichte Rieslingweine, von trocken bis fruchtig süß, sind ideale Sommerweine. Als Speisebegleiter sind gereifte Rieslinge und Riesling - Spätlesen besser geeignet. Trockene bis halbtrockene Rieslinge passen besonders gut zu leichten Gerichten, gedünstetem See- und Süßwasserfisch, gekochtem Fleisch mit hellen Saucen, und kleinem Hausgeflügel. Halbtrockene Rieslinge und liebliche Spätlesen werden in der Region des Baltikums bevorzugt.

Sauvignon Blanc

Die weiße Rebsorte hat in den letzten Jahrzehnten einen Siegeszug um die ganze Welt angetreten und wächst in Deutschland mittlerweile auf 330 Hektar, überwiegend in der Pfalz, Rheinhessen und Baden. Ihr hauptsächliches Verbreitungszentrum ist im Südwesten Frankreichs, wo sie im Jahre 1710 erstmals urkundlich erwähnt wurde.

Deutsche Sauvignon Blanc - Weine überraschten in den letzten Jahren durch sehr gute Bewertungen in internationalen Verkostungen. Das unverkennbare Merkmal des Sauvignon Blanc ist das kräftige Aroma nach Gras, Kräutern, Stachelbeeren und grünen Früchten. Er passt hervorragend zu Fischgerichten und Meeresfrüchten oder auch zu Pasta mit Sahnesaucen.

Silvaner

Silvaner Bild vergrößern Silvaner (© Frank & Freu GbR) Silvanerreben liefern eher neutrale Weine mit einer milden Säure, herzhafte Varianten zur kräftigen Regionalküche und ebenso feine Menüweine. Im Jahr 1665 brachte ein Abt aus dem bayrischen Steigerwald die Rebe nach Deutschland. Von Franken aus erreichte sie andere Anbaugebiete wie das heutige Rheinhessen, die Pfalz und die Nahe.

Der Flächenanteil des Silvaners (Grüner Silvaner) in Deutschland beträgt derzeit fünf Prozent. Auf diesem Niveau, mit 5.300 Hektar, scheint sich die Traditionssorte zu stabilisieren. Insbesondere in Rheinhessen erlebt sie eine Renaissance.

Der "Rheinhessen Silvaner" wächst auf fast 2.500 Hektar, in Franken stehen 1.250 Hektar. Weitere Anbaugebiete sind die Nahe, sowie die badische Weinbaugemeinde Ihringen.

Der Silvaner stellt höhere Ansprüche an den Boden als der Riesling. So gibt er sich nicht mit trockenen oder steinigen Böden zufrieden und ist empfindlich gegen Winterfrost. Er kann hohe Erträge liefern für unkomplizierte Alltagsweine, aber auch gehobene und höchste Prädikatsweine bei entsprechender Ertragsreduzierung. Beeren- und Trockenbeerenauslesen erreichen große Preise.

Silvaner liefert eher neutrale Weine mit einer milderen Säure als beispielsweise der Riesling. Silvaner sind in der Farbe meist recht hell, haben einen dezenten, mitunter erdigen Duft und einen mittleren Körper. Geschliffene Silvaner aus Franken sind wunderbare Fischbegleiter, aus Rheinhessen und der Pfalz passen sie besonders zum Spargel.

Weißer Burgunder

Der Blaue Burgunder (Pinot Noir) wird als Urform des Burgunders angesehen, aus dem über den Grauburgunder der Weißburgunder mutierte. Nachweislich bekannt ist der Pinot Blanc seit dem 14. Jahrhundert.

Weißburgunder Pinot Blanc Pinot Bianco

Die deutschen Winzer entdecken mehr und mehr den Wert dieser eleganten Rebsorte. 3.500 Hektar oder gut drei Prozent der deutschen Rebfläche sind derzeit mit der Sorte bestockt, die überall dort gedeiht, wo es für den Riesling schon zu heiß ist. Innerhalb des letzten Jahrzehnts kam es zu einer Verdoppelung der Rebfläche. Baden gilt mit mehr als 1.100 Hektar als eine Hochburg des Weißburgunders.

Auch die Ansprüche des Weißburgunders an Boden und Klima deuten auf die Verwandtschaft mit dem Spätburgunder hin. Diese Ansprüche sind hoch: bevorzugt werden warme, möglichst tiefgründige und kräftige Böden, sowie exponierte, trocken-warme Lagen. Die Sorte bereitet im Anbau wenig Probleme und kann durch eine lange Reifezeit hohe Mostgewichte erreichen.

Weinfässer Bild vergrößern Arbeit im Weinkeller (© Deutsches Weininstitut (DWI)) Der Weißburgunder präsentiert sich im Glas blass- bis hellgelb, im Duft zart und verhalten. Typisch ist sein leicht nussiges Aroma. Trocken ausgebaut passt er mit mittlerem bis kräftigem Körper und einer feinrassigen Säure zu vielen Speisen. Im Spät- und Auslesebereich werden auch Barriquefässer zum Ausbau benutzt.

Elegante Weißburgunder in der trockenen Geschmacksrichtung, mit frischer Säure und feiner Frucht sind ideale Menüweine. Neben leichten Sommerweinen finden sich kraftvolle Abfüllungen bis hin zur trockenen Auslese. Nicht übertrieben alkoholreich besitzt der Weißburgunder ein dezentes Aroma, das häufig an grüne Nüsse, Apfel, Birne, Quitte, Aprikose, Zitrusfrüchte oder frische Ananas erinnert. Mäßiger Körper und eine angenehm erfrischende Säure zeichnen ihn als vielseitig verwendbaren Menüwein aus. Er ist damit gut geeignet zu Meeresfrüchten, Fisch, Kalb- und Schweinefleisch sowie Geflügel, oder einfach als gut gekühlter Terrassenwein.

Extraktreichere Varianten und Barriqueweine passen auch zu Lamm oder zarten Gerichten vom Jungwild.