NABU widmet 111. Gründungsjubiläum der Artenvielfalt

NABU-Präsident Olaf Tschimpke vor der "Stoppt das-Artensterben"-Uhr. Bild vergrößern NABU-Präsident Olaf Tschimpke vor der "Stoppt das-Artensterben"-Uhr. (© picture-alliance/ dpa) Die Vereinten Nationen haben das Jahr 2010 zum Internationalen Jahr der biologischen Vielfalt ausgerufen. Grund genug für den Naturschutzbund Deutschland e.V., NABU, sein diesjähriges 111. Gründungsjubiläum als offizieller UN Partner dem dramatischen Rückgang der Biodiversität zu widmen. Global gelten 16.000 Arten als vom Aussterben bedroht, etwa ein Viertel aller Säugetiere, ein Drittel aller Amphibienarten und zwölf Prozent der Vogelarten. „Der Verlust von Arten und Lebensräumen gefährdet uns alle und ist neben dem Klimawandel die wichtigste Herausforderung der Zukunft“, meint NABU-Präsident Olaf Tschimpke.

Wer in diesen Tagen an der Bundesgeschäftsstelle des NABU in Berlin vorbeikommt, kann die Uhr im wörtlichsten Sinne ticken hören. Dort läuft ein Countdown zur Erreichung der bis Ende 2010 international vereinbarten Artenschutzziele. Um diese steht es ebenso kritisch wie um die Rettung der Ökosysteme, weshalb Bundeskanzlerin Angela Merkel zum Auftakt des Jahres der biologischen Vielfalt mit einem eindringlichen Appell eine Trendwende beim Schutz der Arten und Lebensräume angemahnt hat.

Für den NABU, am 1.Februar 1899 von Lina Hähnle als „Bund für Vogelschutz“ gegründet, ging es stets gleichrangig um praktische Projektarbeit, wie die Schaffung von Nistplätzen, und um den gesellschaftlichen Umweltdiskurs. Ein Turmfalke wird im NABU-Artenschutzzentrum in Leiferde wieder in die Freiheit entlassen. Bild vergrößern Ein Turmfalke wird im NABU-Artenschutzzentrum in Leiferde wieder in die Freiheit entlassen. (© picture-alliance/ dpa)

Noch heute geht es um Naturschutz vor Ort, Hecken pflanzen, Krötenzäune aufbauen, Schutzgebiete einrichten, aber Naturschutz- und Artenschutz sind komplexe, multinationale Aufgaben geworden. So hilft der NABU, das Weltnaturerbe Russlands zu retten oder in Kirgisistan die Schneeleoparden vor dem Aussterben zu bewahren. Seine gewachsene Expertise fließt bei der Vorbereitung von Verordnungen zum Naturschutz mit ein. NABU-Forschungsinstitute, Fachausschüsse und Arbeitskreise widmen sich der Verkehr- und Energiepolitik oder ökologischer Land- und Forstwirtschaft.

Derzeit engagieren sich rund 460.000 Mitglieder und Förderer im NABU. Besonders stolz ist man auf die hohe Zahl aktiver ehrenamtlicher Mitstreiter. Der NABU ist föderal organisierte. Seine Jugendorganisation NAJU zählt zu den mitgliederstärksten Kinder- und Jugendorganisationen in Deutschland. Der moderne NABU ist zu einer starken Stimme im Chor der Naturschutzverbände weltweit geworden.